Gegen Rechtsdrall und Sozialverfall. Samstag, 14. März, 14:30 Uhr, Berliner Platz Pressemitteilung
Gießen. Diese Woche ist es soweit. Einen Tag vor der hessischen Kommunalwahl geht Gießen auf die Straße, für soziale Teilhabe, kommunale Gestaltungskraft und gegen das gefährliche Doppelphänomen aus Rechtsdrall und Sozialverfall.
Die Gießener Frühlingsdemo hat Tradition. Nach den Skandalen der AfD-Recherchen von Correctiv 2024 und der Zusammenarbeit mit der CDU 2025 steht sie 2026 für ein politisches Aufblühen; Raus aus dem Ideen-Winter, rein in konkrete Lösungen vor Ort.
Ein neues Format für ein neues Kapitel
Stand die Frühlingsdemo die letzten beiden Jahre im Schatten Rechtsextremer Enthüllungen und Abstimmungen bringt sie dieses Jahr ein neues Konzept mit:
Drei Lautsprecherstationen entlang der Route machen die Demonstration zur lebendigen Tour durch die sozialen Realitäten Gießens.
- 1. Station, beim Basilico (Eingang in die Stadt): Leerstand in der Innenstadt. Teilnehmende werden eingeladen, beim Laufen genau hinzuschauen: Wem gehört die Stadt, und wem nicht?
- 2. Station, beim Kirchenplatz / DGB-Haus: Die Arbeitsloseninitiative ALI Gießen stellt sich vor, direkt vor ihrer Wirkungsstätte.
- 3. Station, an der Feuerwehr, Neustädter: Wie Stigmatisierung Suchtkranker und Obdachloser begegnet werden kann, durch bspw. wieder Öffnung der Bahnhofsmission.
Die Route:
Die Kundgebung beginnt um 14:30 Uhr am Berliner Platz. Die Beiträge gliedern sich in sieben Themenblöcke, von berechtigter Unzufriedenheit über den Kampf gegen Rechts bis hin zu konkreten kommunalen Alternativen. Zwischen den Blöcken gibt es Live-Musik.
- 15:30 Uhr. Richtung Kirchenplatz: Die Demo zieht zum Kirchenplatz, dort findet die erste Zwischenkundgebung statt.
- 16:30 Uhr. Richtung Neustädter Tor: Die Demo zieht durchs Dönerdreieck, links am DGB-Haus vorbei, durch die Steinstraße, an der Feuerwehr entlang bis zum Neustädter Tor. Zweite Zwischenkundgebung.
- 17:30 Uhr. Zurück durch die Innenstadt zum Berliner Platz.
Die Demo endet mit einem Abschlusskonzert, mit den Künstler*innen Flow und Latoya / Lukkemukke.
Die Route als Symbol
Die scherenförmige Demonstrationsroute steht für die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Steigende Lebenshaltungskosten hier, wachsende Vermögen dort.
Diese Schere schließt sich nicht von allein. Sie wird kommunal gestaltet.
Von Schüler*innen bis Omas – ein breites Bündnis ergreift das Wort
Die Redner*innen dieser Demo sind Menschen, die Gießen am Laufen halten. Aus Bildung, Kultur, Gewerkschaft, Ehrenamt und aktivistischen Strukturen. Unter anderem sprechen:
Lea Rosenberg (Flüchtlingsreferentin bei Paritätischer Wohlfahrtsverband Hessen) · Chalid El Saeidi (Stadt für Alle) · Asli Gürhan (Jugendbildungsreferentin DGB) · Barbara Piesker (Mieterin) · Nico Müller (Mitorganisator Demo) · Ralph Wildner (GEW, Vorsitz GEW-Landesfachgruppe Gesamtschulen) · Ilja (Schülis gegen Rechts Gießen) · Anna (Eltern gegen Rechts Gießen) · Martin Klenner aka Flirty Flamingo (Queeraktivist) · Mohammed (Bündnis Jin Jiyan Azadi) · Nathalie Maurer (Wissenschaftlerin zu Migrationsrecht) · Martin Otto (Betriebsleiter Kinocenter) · Leonard Kunz (stellv. Vorsitzender, Wettenberg bleibt bunt)
Weil kommunale Politik zählt
Ob Busse fahren, Mieten bezahlbar bleiben, Kitaplätze existieren oder gute Arbeit möglich ist entscheidet nicht Berlin, sondern das lokale Rathaus.
Die Frühlingsdemo setzt ein sichtbares Zeichen, einen Tag bevor die Wahllokale öffnen.
Samstag, 14. März · 14:30 Uhr · Berliner Platz, Gießen